Freitag, 13. März 2009

Lehrerreform: 40 Stundenwoche und 5 Wochen Urlaub

Und wieder einmal eine sehr mühsame Lehrerdiskussion in Österreich. Immer wieder an einer kleinen Schraube ein kleines bisschen drehen - diesmal u.a. zwei Stunden mehr für die LehrerInnen - und sich dann wundern, warum es permanent Unzufriedenheit gibt...

Mein Lösungsvorschlag: einmal eine Reform, die den Namen auch verdient, einmal Prügel dafür einstecken, später Zufriedenheit ernten.

Wie könnte so eine Reform aussehen? LehrerInnen bekommen Büros in den Schulen, haben eine Arbeitswoche von 40 Stunden, indem sie auch ihre Lehre vorbereiten können und haben fünf Wochen Urlaub im Jahr. In den Schulferien bereiten die LehrerInnen das nächste Schuljahr vor, unterstützen schwache SchülerInnen, machen Fortbildungen, etc.

So einfach ist die Welt... Ich glaube jedoch nicht, dass ich das noch erleben werde...

2 Kommentare:

dr.motte hat gesagt…

Leo, da hast zu schnell geschossen :-D Die derzeitige Gesellschaft ist ein bisschen auf die Arbeitszeiten von Lehrern ausgerichtet und würde damit einer recht großen Änderung unterzogen werden. Vor allem muesste man eine Ganztagsschule einführen und früher mit der Betreuung / Bildung anfangen. Zusätzlich ist das mit den 5 Wochen Urlaub (die man ja nur in den Ferien nehmen kann sinnvollerweise - wie auf der Uni) ja ein Nachteil durch die Einschränkung (kennst eh).

Die Idee das Lehrer 40h pro Woche arbeiten is ja nit neu. Theoretisch tun sie das ja, aber halt in dem "Büro zuhause". Dass das viele nicht tun (so wie zB Turnlehrer keine Schularbeiten verbessern) ist ein Fehler in der Einstellung und dem System.

Meiner Meinung nach ist 40h/5W Urlaub genauso falsch wie den aktuellen status quo weiter beizubehalten ;)

lg,
dr.motte

Klaus Leopold hat gesagt…

Ich bin natürlich absolut kein Bildungsexperte, glaube jedoch, dass der Vorschlag 40h/5W, eingebettet in einer größeren Reform schon passen könnte. Ich glaube zB, dass gerade das ein Problem ist, dass sich die Gesellschaft an den Arbeitszeiten der LehrerInnen ausrichten muss; imho sollte das komplett veraltete System des ~ 7:30 bis ~ 13:00 Uhr Unterrichts sich an die Gesellschaft anpassen! Deswegen ein klares JA zur Ganztagsschule! Der Großteil des Urlaubs sollte sinnvollerweise schon in den Ferien genommen werden; kann mir jedoch schon vorstellen, dass es nicht 100 % sind - funktioniert an der Uni ja auch (mit all den bekannten Nachteilen natürlich).

Ich sehe es gleich wie du, dass die 40h-Woche für LehrerInnen nicht neu ist - dieses Modell wird in verschiedenen Ländern schon erfolgreich angewendet. Das viele LehrerInnen eine 40h-Woche haben, sehe ich auch - einige wahrscheinlich sogar mehr als 40h. Gerade deswegen finde ich, dass es notwendig ist, dass diese Stunden in einer professionellen (Büro-) Umgebung stattfinden, inkl. Austausch mit KollegInnen usw.

Zum Thema TurnlehrerInnen & Co glaube ich, dass es hier sehr wohl auch genügend Arbeit außerhalb des Unterrichts gibt. Wenn das nicht der Fall wäre, müsste man das Studium eines solchen "Faches" in Frage stellen! Wenn ich mich zB an meinen Turn- und Geschichteunterreicht erinnere, wird mir schon wieder übel: a bissi kicken, Basketball und in Geschichte Jahreszahlen runterbeten - kompletter Nonsens!!

Ich hoffe (und eigentlich glaube ich es auch), dass die "negative" Einstellung _mancher_ LehrerInnen zu Reformen in der Schule bald der Vergangenheit angehört! Ich kenne einige sehr motivierte und engagierte LehrerInnen, die mit einer "reformierten" Schule inkl. 40h/5W sehr glücklich wären.

lg, leo